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30/07/2011 - Volksinitiative "Ja zur Hausarztmedizin"

Wann die Volksinitiative „Ja zur Hausarztmedizin“, zur Abstimmung kommt, ist noch offen. Ein Gegenvorschlag des Bundesrats ist jetzt in der Vernehmlassung. Wir Hausärztinnen und Hausärzte lehnen diesen entschieden ab, weil er die Forderungen der Initiative, welche viele von Ihnen unterschrieben haben, verwässert und zum Teil sogar ins Gegenteil verkehrt.

 

  • Der Hausarzt soll im Zentrum der medizinischen Grundversorgung stehen, als Anlaufstelle für medizinische Probleme und persönlicher Langzeitbetreuer. Er allein kann den Überblick bewahren, auch vor dem Hintergrund zunehmender Spezialisierung und Segmentierung der Medizin. Er kann Abklärungen und Behandlungen koordinieren. Das entspricht dem offensichtlichen Willen der Bevölkerung: Sie will echte, gut ausgebildete und motivierte Hausärztinnen und Hausärzte, und dies in genügender Anzahl.
  • Im Wissen um diesen Willen werden Bundesrat und Parlament nicht müde, öffentlich die Bedeutung der Hausarztmedizin zu betonen. Der Gegenentwurf entlarvt diese Aussagen als reine Deklamation. Die Stossrichtung hinter den Kulissen ist eine ganz andere.
  • Deshalb ist der Gegenentwurf so schwammig formuliert und spricht diffus von „Grundversorgung“. Wer diese gewährleisten soll, lässt er offen und wertet so die Hausarztmedizin bewusst ab. Medizinische Grundversorgung als medizinisches JeKaMi? Mit welcher Absicht? Unsere Bevölkerung will keine Barfussmedizin.
  • Die Probleme der Hausarztmedizin sind Nachwuchsmangel und ungenügende Vergütung der Leistungen. Der Nachwuchs kann nur sichergestellt werden wenn die Hausarztmedizin attraktiver gemacht wird. Der Gegenvorschlag trägt dazu nichts bei.
  • Er überlässt nebst der schwammigen Formulierung zu viele Entscheidungen dem Bundesrat. Die Bevölkerung kauft damit eine Katze im Sack..

 

Fazit

 

Der Gegenentwurf des Bundesrats wird den Anliegen der Volksinitiative „Ja zur Hausarztmedizin“ in keiner Weise gerecht. Er nimmt die Kernforderungen der Initiative nicht auf und geht von einem Verständnis der medizinischen Grundversorgung aus, das demjenigen der Initiantinnen und Initianten völlig widerspricht.

Visitenkarte

Dr. med. Samuel Kohler

Allgemeinmedizin

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